Januar 31, 2017

Wenn sich das Leben ganz kalt und fröstelig anfühlt. Über die letzten Monate hier so. Und ein feines Porridge-Rezept.




Hier war es still. So still. Der letzte Post war vom September, unglaublich. Nicht nur, weil die Zeit wieder so knapp war. So viel zu tun in zu wenig Zeit, so viel Leben 1.0 - das ist ja sowieso der Normalzustand hier bei uns im Applewood House. Den letzte Post vom September, den gab es auch nur, weil der ein Teil einer Kooperation war. Und da lässt man die Partner ja nicht hängen und mobilisiert dann doch irgendwie alle Kräfte.

Ende August traf uns ganz plötzlich der Tod einer sehr nahen Verwandten. Zwar nicht mehr so der ganz junge Hüpfer, aber voller Leben, voller Pläne und für uns sehr wichtig. Die kleine Schwester meines schon lange verstorbenen Vaters, die letzte aus der Riege seiner Geschwister und ein ganz besonderer Mensch. Glaubt mir, wenn ihr sie gekannt hättet, Ihr hättet sie geliebt. Eine kleine, zarte Person voller Energie, guter Laune und immer auf zack. Sie hat in ihrem Leben so ziemlich die ganze Welt bereist, sich für Menschen und Kulturen interessiert wie kaum ein anderer Mensch, den ich kenne und auf ihren Reisen Fotos geschossen, die so manche Geo-Ausgabe in den Schatten stellen würden.

Wir vermissen sie so sehr. Die Lebensfreude, die sie versprühte, Unterhaltungen mit ihr über Gott und die Welt, immer bestens informiert, mit messerscharfem Verstand und der Weisheit eines langen, gelebten Lebens. Noch mit achtzig Jahren schaukelte sie mit den Kindern auf dem Spielplatz um die Wette, aß in Restaurants vorzugsweise Dinge, die sie noch nicht kannte um die mal auszuprobieren und digitalisierte ihre Dias für ihr iPad. Weltoffen, tolerant und nie verurteilend. So möchte man selbst im Alter sein.

Ich hatte schon früher mit dem Tod zu tun. Habe meinen Vater und eine meiner Schwestern viel zu früh verloren und sehr um sie getrauert. Tue es immer noch. Doch diesmal ist es irgendwie anders. Diesmal muß ich einen Haushalt auflösen. Das fällt mir so unsäglich schwer. Es fühlt sich an, als wenn man ein Leben entsorgt. Bilder, Reiseandenken, Bücher - Spuren eines Lebens. Nicht nur des Lebens meiner Tante, auch viele Spuren, die meine Großeltern im gemeinsamen Haus hinterlassen haben. Oft halte ich etwas in den Händen und kann mich gar nicht wieder losreissen, zu sehr hänge ich dann ganz sentimental an Erinnerungen und verliere mich im Gestern. Nie zuvor war mir bewußt, wie sich das Rad der Zeit immer weiter dreht, unaufhaltsam, immer weiter. Alte Bilder. Meine Großeltern als junges Ehepaar. Mein Vater und seine Geschwister als Kinder. So süß und noch das ganze Leben vor sich. Und jetzt ist es an mir, das zu Bewahren. Manchmal ist mir, als wäre ich erst jetzt richtig erwachsen geworden.



Die letzten Monate habe ich mir sehr viel Zeit zum Nachdenken genommen. Ein paar kleine Auszeiten gegönnt, ein paar Prioritäten gerade gerückt und einige Vorsätze für die Zukunft gefasst. Meine Haare kurzgeschnitten. Einen unglaublich schönen und erholsamen Urlaub mit meiner Familie verbracht, den ich wirklich ganz bitter nötig hatte (muß wohl tatsächlich so sein, wenn einen nach der Rückkehr sehr viele Menschen ansprechen, man sehe so richtig erholt aus).

Und jetzt sehe ich nach vorne. Nachdem ich die letzten Monate einfach keine Lust hatte, eine Kamera anzufassen und mich allein der Gedanke, etwas zu schreiben geradezu lähmte, bin ich wieder da. Ein bisschen anders, noch ein bisschen angespannt, aber es wird wieder.


Und mitgebracht habe ich Euch auch etwas. Nichts Weltbewegendes, nichts wirklich Neues und auch nichts Hippes, Cooles oder Superfoodiges. Einfach ein kleiner Seelentröster. Porridge. Schlicht und einfach. Gibt ein wohlig warmes Gefühl im Bauch und in der Seele. Und Kraft außerdem.

Für 4 Portionen:

2 Tassen kernige Haferflocken
8 Tassen Milch
etwas Zucker oder zum Beispiel Agavendicksaft
frisches Obst nach Belieben (ich nehme am liebsten Blaubeeren)

Die Haferflocken und die Milch zusammen aufkochen und anschliessend in einem geschlossenen Topf mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Nach Geschmack süßen und mit dem frischen Obst anrichten.



Ich sagte es ja, ganz einfach, nicht spektakulär. Und gerade deshalb genau richtig. Wenn das Leben sich ganz kalt und fröstelig anfühlt, muß Wärme rein. Und dabei hilft ein gutes Essen, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Zeit mit lieben Menschen verbringen. Achtsam mit sich selbst umgehen. Dann wird auch bald wieder Frühling.


Ist Euch eigentlich schon aufgefallen, dass Applewood House ein neues Kleidchen anhat? Mir gefällt es sehr gut, ich hoffe, Euch auch!

Ich wünsche Euch noch einen wunderschönen Tag! Bis ganz bald dann wieder öfters hier!


Liebe Grüße,

Eure Isabelle

September 20, 2016

Mein perfekter Start in den Tag – der frühe Vogel fängt das Pferd






{Werbung} In Zusammenarbeit mit Geramont® stellen sich ein paar Blogger die Frage: „Wie sieht Dein perfekter Start in den Tag aus?“. Das kann ich für mich ganz leicht beantworten! Morgens um halb sechs am Samstag oder Sonntag, wenn sich die allermeisten Menschen, die nicht zufällig früh arbeiten müssen, in den Urlaub wollen oder von ihren kleinen Kindern geweckt werden nochmal ganz gepflegt im Bett umdrehen und eine Runde weiterschlafen – dann stehe ich richtig gerne schon auf. Unglaublich, oder? Und nein, ich leide nicht an präseniler Bettflucht, übertriebenem Ausgeschlafensein oder ganz allgemeiner Langeweile, ich genieße einfach dieses Frische am frühen Morgen. Der nagelneue Tag, der ganz unverbraucht vor einem liegt und darauf wartet, gelebt zu werden.
 

August 20, 2016

Vom Lieblingstürken, der eigentlich zwei Lieblingstürkinnen ist, dem gemeinen Gemüsejieper und dazu noch das allerbeste Shakshuka Rezept




Wir haben ja einen Lieblingsitaliener, einen Lieblingsgriechen, einen Lieblingsthai und seit einer Weile auch einen Lieblingstürken. Wobei der Türke hier aus zwei unglaublich netten türkischen Frauen besteht. Bei jedem dieser Lieblinge habe ich ganz besondere Lieblingsessen und ja - ich muß mich da mal outen - ich esse fast immer genau das Gleiche. Immer wieder. Zwischendurch nehme ich schonmal die Karte zur Hand und denke sehr ernsthaft darüber nach, doch auch enmal etwas anderes zu probieren ... aber dann bestelle ich doch wieder das geliebte und gewohnte Essen wie immer.

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